Leserbrief vom 11. März 2024
Hallo zusammen!
Zum Thema „Streik“:
Bahn, Post, Gesundheitswesen usw. sind für einen Staat überlebenswichtig. Diese Institutionen müssen funktionieren und keine
Dividenden abwerfen, das verlangt man von Autobahnen schließlich auch nicht.
Dass man an die Spitze solcher Unternehmen Betriebswirtschaftler anstelle von Fachpersonen setzte, war der Kardinalsfehler an sich. Der Börsengang der DB war grober Blödsinn und der Inkompetenz eines Mannes geschuldet, der nichts anderes gelernt hatte!
Erschwerend kommt in Deutschland die patriarchalische Führungskultur mit entsprechenden Umgangston dazu: Das Personal wird für Bagatellen wie fehlende Warnwesten mit einer dreistelligen Bußen-Kultur gegängelt, die im Straßenverkehr eine vorsätzliche Gefährdung von Drittpersonen voraussetzt.
Mehrere Stunden Zwangspause mitten in der Nacht auf einem abgelegenem Güterbahnhof werden als reine Freizeit verstanden. Und sollte der Arbeitgeber nur Fahrleistungen in eine Richtung anbieten, so wird ein wesentlicher Teil der Rückfahrt als Freizeit verbucht. Von welchem Außendienstmitarbeiter in der Privatwirtschaft wird erwartet, dass er teilweise in seiner Freizeit zum Kunden fährt? Die deutsche „Streikerei“ verunmöglicht im internationalen Verkehr die Lok- und Personaldisposition und verärgert die Kundschaft europaweit. Der Schaden für den Schienenverkehr ist somit grenzüberschreitend enorm!
Also, alle müssen zurück an den Tisch und verhandeln wie verantwortliche Erwachsene – das gilt für beide Seiten.
Soviel zum Thema Streik.
Zum Thema „Kriegsspiele der Nato“:
In der Weltwoche hat Herr Kuyat sehr eindrücklich die möglichen Folgen einer Eskalation des bisher noch lokalen Ukraine-Kriegs hin zu einem Krieg zwischen Nato und Russland beschrieben. Eine kriegerische Konfrontation Nato-Russland würde mit hoher Wahrscheinlichkeit die völlige Zerstörung Europas bedeuten, wenn nicht zu einem weltweiten Atomkrieg führen.
Herr Kuyat war Generalinspekteur der Bundeswehr und besitzt eine Fachkompetenz, was das Militärische betrifft, um ein solches Kriegsszenario zu beurteilen. Kuyat sieht in der Politik, angeheizt von Teilen der Medien, eine Naivität, was die Folgen einer
Eskalation anbetrifft, die er als unverantwortlich beschreibt.
Zudem weist er auf den 2+4 Vertrag hin und stellt die Weigerung von Bundeskanzler Scholz, Taurus Marschflugkörper zu liefern positiv in Bezug zu diesem Vertrag. Dass Macron plötzlich nicht ausschließen will, dass Nato Soldaten in der Ukraine in den Krieg eingreifen könnten, stellt einen weiteren Schritt zur Eskalation dar.
Die Frage, ob die Gefahr einer Ausweitung zu einem europäischen Krieg realistisch ist, muss man nüchtern stellen, denn Anfang des letzten Jahrhunderts gab es das historische Beispiel, wie leicht ein Weltkrieg unbeabsichtigt entsteht, der enorme Folgen für ganz Europa hatte. Vor einer solchen Entwicklung zu warnen, hat nichts mit irgendeiner Stellungnahme pro Putin zu tun, sondern bezieht sich schlicht und einfach auf Vernunft.
Liebe Grüße R. P. (Der Verfasser ist uns bekannt.)