Aspekte zum historischen Faschismus in Deutschland und Europa
Aspekte zum historischen Faschismus in Deutschland und Europa
Von Reinhold Schramm
»20. Juli 1944. Lichtgestalten in finsteren Zeiten | Die Attentäter vom 20. Juli 1944 um Claus Schenk Graf von Stauffenberg sind bis heute Schmähkritik von rechts und links ausgesetzt.
Für die einen sind sie Verräter, für die anderen keine einwandfreien Demokraten.
Aber Hitlers Verbrechen zu beenden, gehörte zu den Hauptmotiven des Widerstandes.«
Von Harald Bergsdorf am 20. Juli 2024 auf CICERO *
Kommentar
Aspekte zum Kapitalismus und Faschismus Deutschlands
►Der deutsche Faschismus war eine Geburts- und Schöpfungsgeschichte von Adelsgeschichte und
Großbourgeoisie, Finanz- und Monopolkapital und deutscher Sozialdemokratie und Arbeiterklasse.
Laut Literatur waren 70 Prozent aller Deutschen in NS-Organisationen organisiert.
In der Spitze hatte die NSDAP zwischen 8,5 und 9 Millionen Parteimitglieder. Davon 20 Prozent
Frauen (zwischen 1,7 und 1,8 Mio. Frauen).
Laut Parteistatistik lag der Anteil der „Arbeiter“ zwischen 30 Prozent und 40 Prozent: 2,55 und 3,6 Millionen Arbeiter in der NSDAP. Damit hatte die NSDAP mehr als doppelt so viele Arbeiter
organisiert als vor 1933 die SPD und KPD zusammengenommen.
PS: Es war vor allem die fachlich und beruflich qualifizierte deutsche Arbeiterklasse in der
Rüstungsproduktion die den Krieg ermöglichte. Die Rüstungsproduktion erreichte im März/April 1944 ihren Höhepunkt. Erst dann kam sie infolge fehlender Rohstoffe aus den (vormaligen) Besatzungsgebieten zum Erliegen und zunehmenden Zusammenbruch.
Auch die Millionen meist ungelernten Zwangsarbeiter standen unter der Kontrolle der berufserfahrenen Angehörigen der deutschen Arbeiterklasse.
PS: Vor und nach 1933 verweigerte die SPD-Führung und unter ihrer dominierenden Anleitung und Ausrichtung die Gewerkschaften, einen gemeinsamen Abwehrkampf des zunehmend vom deutschen Großkapital finanzierten und organisierten NSDAP-Nationalfaschismus.
Selbst die Forderung von SPD-Mitgliedern in den Betrieben, mit Kommunisten der KPD einen gemeinsamen Abwehrkampf zu organisieren und zu führen, wurde von der SPD-Reichsführung abgelehnt. Die SPD-Führung sah in den Kommunisten eine größere Gefahr ausgehend, als von den Nationalfaschisten.
Nach dem Kriegsende behielten die pro westlichen SPD-Führungen, mit Unterstützung und unter Anleitung der westlichen Alliierten, ihre antikommunistische Positionierung, so wie vor und nach 1933. Sie bewirkten damit die (zeitweilige) historische Teilung Deutschlands bis 1989/1990.
Anm.: Die einzige politische Kraft, die relativ geschlossen ihren Abwehrkampf gegen den
deutschen Faschismus bis zum Kriegsende führte, war die KPD. Infolge wurde sie auch in der
jungen Bundesrepublik Deutschland 1956 – einvernehmlich mit den Westalliierten und allen
bürgerlichen Parlamentsparteien und der überlebenden NS-Justiz – verboten.
Literatur-Empfehlung: Geschichte der NSDAP 1920 bis 1945
von Kurt Pätzold und Manfred Weißbecker. PapyRossa Verlag, Köln 2009
* 20. Juli 1944 – Lichtgestalten in finsteren Zeiten | Cicero Online
21.07.2024, R.S.