Liebe Friedensfreunde,
hiermit lade ich Euch in Namen des Orga-Teams zu unserem nächsten Bündnistreffen
am 13. November 2024 um 17:00 Uhr
in das Haus der Begegnung (Erdgeschoß),
in Brandenburg, Jacobstr. 12
ein.
Folgende Themen schlagen wir als Tagesordnung vor:
TOP 1 : Organisatorisches
TOP 2 : Diskussion über aktuelle politische Ereignisse aus friedenspolitischer Sicht. (Neuwahl des Bundestages)
TOP 3 : (ab 18:00 Uhr) – Austausch mit Ruslan Kozaba, ukrainischer Journalist, politischer Häftling, Kriegsdienstverweigerer und ehem.  Vorsitzender der Ukrainischen Pazifistischen Bewegung, aktuell wohnhaft in New York.
Ruslan wird über die Menschenrechtslage in der Ukraine und über seine eigene politische Verfolgung durch die                                       Selenskij-Regierung berichten. Er wird auf den Zustand der Friedensbewegung in der Ukraine blicken und außerdem                                auch eine Einschätzung zur aktuellen US-Politik nach der Wahl von Donald Trump abgeben.
Biografie:
Ruslan Kozaba ist ein ukrainischer Journalist, der als Kriegsdienstverweigerer in der Ukraine verurteilt wurde.
Er ist ein christlicher Pazifist und Mitglied der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche.
Er wurde in Iwano-Frankiwsk (Westukraine) geboren. Seine Muttersprache ist Ukrainisch.
Bis Dezember 2023 war er Vorsitzender der Ukrainischen Pazifistischen Bewegung.
Während des Krieges in der Ostukraine wurde Kozaba, der den Donbass besuchte, durch seine Aufrufe für eine friedliche politische Lösung des Konflikts und gegen einen Militäreinsatz der ukrainischen Regierung bekannt.
So publizierte er auf YouTube ein Video, in dem er seinen Unwillen äußerte, zur Armee zu gehen, und zu einem allgemeinen Boykott der Mobilisierung aufrief, die gesetzeswidrig sei, da kein Kriegszustand verhängt worden sei.
Auch sagte er, dass er lieber zwei bis fünf Jahre im Gefängnis verbringen würde, als „einen bewussten Mord an meinen Landsleuten im Osten“ zu begehen. Es sei „im 21. Jahrhundert unmöglich, dass Menschen Menschen umbringen, nur dafür, dass sie eigenständig leben wollen“.
Nach diesem Auftritt wurde gegen Kozaba auf Initiative des Sicherheitsdienstes SBU von der Staatsanwaltschaft Iwano-Frankiwsk ein
Strafverfahren wegen Hochverrats und Mobilisierungsbehinderung eröffnet. Am 7.Februar 2015 wurde Kozaba verhaftet und dem Richter vorgeführt.
Die Anklage forderte für Kozaba 13 Jahre Freiheitsentzug mit Konfiszierung seines Privatbesitzes.
Am 12. Mai 2016 wurde Ruslan Kozaba zu 3,5 Jahren Freiheitsentzug verurteilt.
Das Gericht sah in seinen Handlungen keinen Hochverrat, befand ihn jedoch wegen „Behinderung der rechtmäßigen Aktivitäten der Streitkräfte der Ukraine“ für schuldig.
In der Berufungsverhandlung am 14. Juli 2016 wurde Ruslan Kozaba wegen „Mangels an Beweisen“ nach insgesamt über 17 Monaten Untersuchungshaft wieder frei gelassen.
2017 eröffnete das Erstgericht das Verfahren erneut, das Oberlandesgericht Kiew stellte das Gerichtsverfahrens am 7. Dezember 2017 wieder ein, weil die Staatsanwaltschaft keine Klageschrift verfasst habe.
Auch seit der Ausweitung des Krieges im Jahr 2022 setzt sich Kozaba für Frieden und gegen die Zwangsmobilisierung in der Ukraine ein.
Er musste die Ukraine verlassen und lebt aktuell in New York. Er hat in den USA politisches Asyl beantragt.
Wir freuen uns auf eine interessante Diskussion mit unserem Gast und hoffen auf zahlreiche Teilnahme.
Mit kämpferischen Grüßen
 
Bernd L. (Der Verfasser ist der Redaktion bekannt.)