Solidarität mit den Aktivisten, die gegen Atomwaffen in Büchel demonstrierten und sich jetzt in Justizvollzugsanstalten (zunächst in Rohrbach und aktuell in Koblenz) zur „Beugehaft“ befinden!

Susan Crane (80 Jahre alt), Bürgerin der USA

&

Susan van der Hijden, Bürgerin der Niederlande

Hier ist die Anschrift der Justizvollzugsanstalt (JVA) Koblenz:

Bildergebnis für JVA Koblenz

Susan Crane und Susan van der Hijden
JVA Koblenz – Offener Vollzug
Simmerner Str. 14 a
56075 Koblenz

Beide würden sich über Briefe von Euch sehr freuen.

Lassen wir sie wissen, dass sie nicht allein sind mit ihrer politischen Ansicht (Keine Atomwaffen in Büchel stationieren, Deutschland soll den Atomwaffenverbotsvertrag endlich unterschreiben).


Bitte beachtet die neuesten Nachrichten von Susan und Susan.
Sie setzen den antimilitaristischen Kampf innerhalb und außerhalb des Gefängnisses(jetzt im offenen Vollzug)
unermüdlich fort.

Wir sollten die politischen Gefangenen, die ihre Mahnwache hinter Gittern tapfer fortsetzen, nicht vergessen. Bitte verbreitet ihr Anliegen weiter und unterstützt sie mit Briefen, Postkarten und Fotos von Euren eigenen Aktionen.

Liebe Friedensfreund*innen,

hier ist ein kleiner Bericht und ein Statement von Susan und Susan am Hiroshima-Gedenktag. In den vergangenen Wochen hatten sie eine oder manchmal zwei Stunden Ausgang pro Tag und die haben sie so genutzt:

Hiroshima und Nagasaki sind eine Warnung an uns, keine Atomwaffen mehr zu bauen, einzusetzen oder zu verwenden.

Am 6. August malten Susan van der Hijden und Susan Crane ein Banner aus Papier und gingen zum Koblenzer Bahnhof, um dort vielleicht eine Mahnwache abzuhalten, zu diskutieren und die Menschen an die Gefahr eines Atomkriegs und von Atomwaffen sowie an die US-Atomsprengköpfe zu erinnern, die derzeit auf dem Luftwaffenstützpunkt Büchel stationiert sind.

79 Jahre nach den ersten Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki und Jahrzehnte nach dem Kalten Krieg beginnt in Deutschland ein neues atomares Wettrüsten mit der Ankündigung der NATO, erneut atomar bestückte Mittelstreckenraketen in Deutschland zu stationieren. Die fortgesetzte Aufstockung der NATO-Streitkräfte in Europa und die regelmäßigen Atomkriegsübungen nahe der russischen Grenzen bedrohen das Leben auf der Erde. Nicht nur durch die Verschlechterung der Beziehungen zu Russland und die Eskalation des Krieges in der Ukraine, sondern auch durch massive Klimaschäden.

Im Bericht Climate Crossfire sagt Nnimmo Bassey: „Die wahren Umweltauswirkungen von Kriegen lassen sich unmöglich quantifizieren, da sie eine Vielzahl von Sektoren und jeden Aspekt des menschlichen Wohlbefindens betreffen. Kriege töten Menschen, vernichten die biologische Vielfalt und zerstören die Infrastruktur, die sonst Schutz vor extremen Wetterereignissen bieten könnte. Kriege sind ein Akt der Klimaverweigerung. Und es ist eine Beleidigung, dass das Militär, das einer der umweltschädlichsten Sektoren ist, nicht verpflichtet ist, seine Treibhausgasemissionen in den Klimazielen der Nationen anzugeben.“ (Lin, H.C.,Buxton, n.,Akkerman, M.,Burton,D.,de Vries, W. (October2023), Climate crossfire: how NATO’s 2% military spending targets contribute to climate breakdown, Transnational Institute http://www.tni.org/climatecrossfire)

Susan und Susan standen 30 Minuten lang mit ihrem kleinen Transparent am Koblenzer Bahnhof und ernteten ein paarmal ein Kopfnicken (sogar von der Polizei)  als Resonanz und eine Frau, die sagte: „Oh, das ist eine gute Idee!“ Sie fühlten sich unbedeutend, aber sie wussten, dass es viele andere Gruppen in Deutschland und auf der ganzen Welt gab, die zur gleichen Zeit dasselbe taten; sie wollten sicherstellen, dass die 210.000 Menschen, die an jenem Tag im Jahr 1945 in Hiroshima starben, nicht vergessen werden und dass wir denselben Fehler nicht noch einmal machen sollten. Atomwaffen machen die Welt nicht sicherer, sie sind vielmehr ein sicherer Weg, uns alle zu vernichten, sei es durch ihren Einsatz oder durch die Vorbereitung auf ihren Einsatz. Hiroshima warnt: Abrüstung jetzt!

Bitte benutzt weiterhin den Brief als Kommunikationsform oder Emails an Chris Dannowski (Chritiane.danowski@web.de) Besuche sind während des Freiganges möglich und sollten auch bitte über Chris organisiert werden.
Susan Crane und Susan van der Hijden
JVA Koblenz – Offener Vollzug
Simmerner Str. 14 a
56075 Koblenz
Am vergangenen Wochenende konnten die Susans mit engen Freundinnen gemeinsam das erste Freigang-Wochenende verbringen und am Samstag den Geburtstag von Susan van der Hijden feiern. Beide haben mittlerweile job-ähnliche Betätigungen innerhalb und außerhalb des Gefängnisses und – noch viel wichtiger – Kontakte geknüpft zu friedensbewegten Menschen in Koblenz.