Frontal-Bericht zu Israel. Militäreinsatz in Gaza und im Westjordanland

Ihr Lieben Alle,
Offene Mail: Hamas-Terroristen verschanzen sich hinter Menschen, hinter Schulen
Ursula Mathern
Bachstr. 24
55627 Merxheim
An die
Bundesministerin des Auswärtigen
Frau Annalena Baerbock
poststelle@auswaertiges-amt.de;
annalena.baerbock@bundestag.de;
Offene Mail: Hamas-Terroristen verschanzen sich hinter Menschen, hinter Schulen
Sehr geehrte Frau Baerbock,
in Ihrer Rede vor dem Deutschen Bundestag anlässlich des Jahrestages des Hamas-Überfalls auf Israel sagten Sie am 10.10.2024 u. a.:
„Das Selbstverteidigungsrecht Israels ist auch unsere Verantwortung…. Das humanitäre Völkerrecht und das Existenzrechts Israels gehören auf das Engste zusammen. Dafür steht die deutsche Staatsräson.
Daher haben wir es immer wieder deutlich benannt: Selbstverteidigung bedeutet natürlich, dass man Terroristen nicht nur angreift, sondern zerstört. Deswegen habe ich so klar und deutlich gemacht: Wenn Hamas-Terroristen sich hinter Menschen, hinter Schulen verschanzen, dann kommen wir in ganz schwierige Bereiche. Aber wir ducken uns davor nicht weg. Deswegen habe ich vor den Vereinten Nationen deutlich gemacht: Dann können auch zivile Orte ihren Schutzstatus verlieren, weil Terroristen diesen missbrauchen. Dazu steht Deutschland. Das bedeutet für uns Sicherheit Israels“.
Auffallend ist, mit welcher Selbstverständlichkeit Sie der Zerstörung der Hamas das Wort reden, d. h. Ihrer Ermordung einen Freifahrtschein ausstellen?
Ihre Begründung: Die „Hamas-Terroristen“ verschanzten sich hinter Menschen, hinter Schulen.
J a q u e s B a u d, ehemals Analyst für den Schweizer Strategischen Nachrichtendienst und u. a. in verantwortlicher Position für die UN in New York tätig, betont in einem Interview wiederholt, wie unerlässlich es sei, vorsichtig mit Worten umzugehen. Das gelte insbesondere auch für das Wort „Terrorist“. Es sei nur der Westen, der die Hamas mit diesem Attribut belege, während der größere Teil der Weltbevölkerung die Hamas keineswegs als Terrororganisation betrachte. (s. Die Israelis haben einen größeren Erfolg erwartet | Jacques Baud (youtube.com)
Davon abgesehen: Dass man Terror nicht mit Krieg besiegen oder aus der Welt schaffen kann, sondern im Gegenteil Krieg den Terror nur vermehrt, das hätte uns in all den „Kriegen gegen den Terror“ seit Nine-eleven längst aufgegangen sein können.
Kluge Köpfe hielten dem Vorgehen übrigens von Anfang an entgegen, die einzig angemessene Reaktion auf Terror seien Ordentliche Gerichtsverfahren.
In bestimmten Kontexten dagegen scheint der Griff zur Selbstjustiz sich regelrecht eingebürgert zu haben. Ich denke z. B. an die unzähligen US-Drohnenmorde, außergerichtliche Hinrichtungen, die im Zusammenhang mit dem Afghanistankrieg über Ramstein liefen und dabei stets noch viele zusätzliche Menschenopfer forderten. Nun ist es Israel, das sich das Recht herausnimmt, führende Hamas-Mitglieder einfach zu liquidieren. Das alles wurde/wird hingenommen als ginge es um nichts. Waren ja nur Afghanen. Sind ja nur Palästinenser.
Wie bringen Sie diese sich immer stärker ausweitende Barbarisierung eigentlich in Einklang mit dem von Ihnen doch immer wieder hervorgehobenen Anspruch, für Menschenrechte einzustehen?
S i e behaupten, die „Hamas-Terroristen“ verschanzten sich hinter Menschen, hinter Schulen. Nun lässt sich mit Behauptungen allein sicher gut Stimmung machen.
Einer dringend erforderlichen Deeskalation der äußerst angespannten Situation ist damit aber nicht im geringsten gedient. Oder wollen Sie die etwa nicht?
Also: Bringen Sie bitte konkrete Belege!
Das sei Ihnen um so nachdrücklicher empfohlen als es in umgekehrter Richtung durchaus Beweise gibt.
Am 15.10.2024 berichtete das ZDF-Magazin Frontal über den Israelischen Militäreinsatz in Gaza und im Westjordanland. Thematisiert wurde u. a., dass israelische Soldaten palästinensische Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzen. Sie schrecken nicht mal davor zurück, Kinder zu diesem Zweck zu missbrauchen. (Sind israelische Soldaten also Terroristen?) Und dies wurde eben nicht nur behauptet, sondern mit entsprechendem Filmmaterial belegt.
Nichts weniger darf auch von Ihnen als Außenministerin erwartet werden.
Ursula Mathern