{"id":8814,"date":"2024-07-26T08:53:23","date_gmt":"2024-07-26T06:53:23","guid":{"rendered":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/?p=8814"},"modified":"2024-07-26T08:53:23","modified_gmt":"2024-07-26T06:53:23","slug":"ungarn-und-der-ukrainekrieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/ungarn-und-der-ukrainekrieg\/","title":{"rendered":"Ungarn und der Ukrainekrieg."},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last\" style=\"--awb-bg-size:cover;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-column-wrapper-legacy\"><div class=\"fusion-sep-clear\"><\/div><div class=\"fusion-separator fusion-full-width-sep\" style=\"margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:10px;margin-bottom:10px;width:100%;\"><\/div><div class=\"fusion-sep-clear\"><\/div><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><h2 style=\"text-align: center;\">Ungarn und der Ukrainekrieg.<\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5864\" src=\"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/csm_Info__c__beermedia_-_Fotolia.com_f09c0dc061-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/csm_Info__c__beermedia_-_Fotolia.com_f09c0dc061-200x113.jpg 200w, https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/csm_Info__c__beermedia_-_Fotolia.com_f09c0dc061-300x169.jpg 300w, https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/csm_Info__c__beermedia_-_Fotolia.com_f09c0dc061-400x226.jpg 400w, https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/csm_Info__c__beermedia_-_Fotolia.com_f09c0dc061-600x338.jpg 600w, https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/csm_Info__c__beermedia_-_Fotolia.com_f09c0dc061.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>\u201eDie Strategie des Westens hat die Situation verschlimmert\u201c<\/p>\n<p>Bal\u00e1zs Orb\u00e1n, politischer Berater des ungarischen Ministerpr\u00e4sidenten, spricht im Interview \u00fcber die diplomatische Initiative Ungarns zur Beendigung des Ukrainekrieges. Eine Atommacht wie Russland k\u00f6nne nicht auf dem Schlachtfeld besiegt werden.<\/p>\n<p>INTERVIEW MIT BAL\u00c1ZS ORB\u00c1N am 25. Juli 2024<\/p>\n<p><strong>\u00bb<em>Der Jurist und Politologe Bal\u00e1zs Orb\u00e1n ist seit drei Jahren Politischer Direktor im Amt des ungarischen Premierministers Viktor Orb\u00e1n, mit dem er nicht verwandt ist.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Herr Orb\u00e1n, Ministerpr\u00e4sident Viktor Orb\u00e1n ist nach Ungarns \u00dcbernahme der EU-Pr\u00e4sidentschaft <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/aussenpolitik\/orbans-blitzbesuch-in-moskau-ein-barendienst\">nach Kiew, Moskau und Peking gereist<\/a>. Seine Reisen bezeichnete er als Friedensmission. Warum hat er diese Reisen nicht mit den EU-Gremien in Br\u00fcssel abgesprochen?<\/p>\n<p>Weil diese Friedensmission eine ungarische Initiative war. Eine Koordinierung mit den EU-Gremien war nicht erforderlich. Das Anliegen war, die Aussichten f\u00fcr den Frieden zu bewerten. Viktor Orb\u00e1n sammelte Informationen und berichtete den europ\u00e4ischen Staats- und Regierungschefs dar\u00fcber in einem Dokument, das nun auch ver\u00f6ffentlicht wird, zusammen mit einem Vorschlag f\u00fcr eine alternative Strategie. Der EU fehlt derzeit ein tragf\u00e4higer Ansatz, der \u00fcber leere politische Rhetorik und Sanktionen hinausgeht, die die Wettbewerbsf\u00e4higkeit Europas untergraben. Da die Mehrheit der Stimmen in der EU f\u00fcr den Krieg war, war Widerstand gegen diese Bem\u00fchungen zu erwarten. Viktor Orb\u00e1n geh\u00f6rt zu den wenigen verbliebenen Politikern, die nach wie vor mit beiden Seiten kommunizierten. Ohne Bem\u00fchungen, die Situation aus allen Blickwinkeln zu verstehen, kann nicht der Frieden wiederhergestellt werden.<\/p>\n<p>Nicht nur aus Br\u00fcssel, sondern auch aus Berlin und weiteren Hauptst\u00e4dten wurde Orb\u00e1n vorgeworfen, dass seine Initiativen die EU schw\u00e4chen. W\u00e4re es nicht besser, wenn die EU-Staaten geschlossen auftr\u00e4ten angesichts des Krieges im Osten Europas?<\/p>\n<p>Wenn jemand behauptet, dass Russland auf dem Schlachtfeld auf konventionelle Weise besiegt werden kann, irrt er sich. Eine Atommacht kann nicht auf diese Weise besiegt werden. Die Strategie, die der Westen seit Beginn des Krieges verfolgt, hat\u00a0<a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/aussenpolitik\/friedensgipfel-ukraine-putin-verhandlungen-diplomatie\">keine besseren Bedingungen f\u00fcr Friedensverhandlungen<\/a>\u00a0geschaffen. Im Gegenteil, sie hat die Situation verschlimmert und die Opferzahlen erh\u00f6ht. Es ist an der Zeit, einen anderen Ansatz zu finden, und die ungarische Ratspr\u00e4sidentschaft m\u00f6chte dabei eine aktive Rolle \u00fcbernehmen. Die EU sollte geschlossen hinter der Idee stehen, dass es unser gemeinsames Interesse ist, den Krieg so schnell wie m\u00f6glich zu beenden, anstatt den Konflikt zu verl\u00e4ngern. Indem wir den Dialog und das Verst\u00e4ndnis f\u00f6rdern, k\u00f6nnen wir auf eine L\u00f6sung hinarbeiten, von der alle profitieren.<\/p>\n<p>Viktor Orb\u00e1n h\u00e4lt als einziger Regierungschef eines EU-Staates pers\u00f6nlichen Kontakt zu Kremlchef Wladimir Putin. Es liegt durchaus in der Natur der Sache, dass er ihn deshalb nicht laut pers\u00f6nlich angreift. Wie will Orb\u00e1n die anderen Regierungschefs in der EU \u00fcberzeugen, dass es durchaus sinnvoll sein k\u00f6nnte, diesen Kontakt aufrechtzuerhalten?<\/p>\n<p>Nicht Ungarn sollte die anderen EU-Staats- und -Regierungschefs \u00fcberzeugen, sondern die Realit\u00e4t selbst. Deshalb hat Ministerpr\u00e4sident Orb\u00e1n seinen Bericht geschickt, in dem er seine Erkenntnisse zusammenfasst. Die Wahrheit ist, dass die beiden Kriegsparteien entschlossen sind, ihre K\u00e4mpfe fortzusetzen, <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/aussenpolitik\/bilanz-des-nato-gipfels-langstreckenwaffen-russland-ukraine\">und dass ein ernsthaftes Risiko einer Eskalation besteht<\/a>. Ohne andere L\u00e4nder als Verhandlungspartner kann kein dauerhafter Frieden erreicht werden. Es gibt nur wenige globale Akteure, die in der Lage sind, die Entwicklungen zu beeinflussen, und die EU ist einer von ihnen. Wenn wir jetzt nicht handeln, werden Entscheidungen ohne unser Zutun getroffen, die auch die europ\u00e4ischen B\u00fcrger stark betreffen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>K\u00fcrzlich hat Viktor Orb\u00e1n auch Donald Trump getroffen. F\u00fcr den Fall, dass dieser die kommenden Pr\u00e4sidentschaftswahlen in den USA gewinnt \u2013 welche M\u00f6glichkeiten sieht man in Budapest f\u00fcr die Beendigung des Krieges?<\/p>\n<p>Nach unserer \u00dcberzeugung <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/aussenpolitik\/cicero-podiumsdiskussion-mit-victor-orban-hoffnung-fur-den-frieden-heisst-donald-trump\">h\u00e4tte es diesen Krieg nie gegeben, wenn Pr\u00e4sident Trump im Amt gewesen w\u00e4re<\/a>. Letzte Woche hat er best\u00e4tigt, dass die Fortsetzung des Krieges nicht den amerikanischen Interessen dient. Sollte er wiedergew\u00e4hlt werden, wird er alles tun, um ihn zu beenden. Das w\u00fcrde die EU mit ihrer Pro-Kriegs-Haltung isolieren. Ich bezweifle, dass die EU die finanzielle Last der Fortsetzung des Konflikts tragen kann. K\u00fcrzlich hat die Bundesregierung angek\u00fcndigt, dass sie ihre Milit\u00e4rhilfe f\u00fcr die Ukraine halbieren wird. Wenn die USA ihre Finanzierung einstellen, m\u00fcsste diese Unterst\u00fctzung vervierfacht werden, anstatt sie zu halbieren. W\u00e4re das etwas, womit die deutschen B\u00fcrger einverstanden w\u00e4ren? Ich bezweifle es.<\/p>\n<p>Es gibt wohl keine Spitzenpolitiker in den EU-Staaten, die nicht an Frieden f\u00fcr die Ukraine interessiert w\u00e4ren. Doch wie s\u00e4he denn nach Auffassung der Regierung in Budapest ein gerechter Frieden aus?<\/p>\n<p>Viele reden \u00fcber Frieden, aber nur wenige meinen es ernst. Leider gibt es in der EU eine dominante Pro-Kriegs-Haltung. Wir m\u00fcssen bedenken, dass dieser Krieg wahrscheinlich nicht wie der Zweite Weltkrieg enden wird, mit einem klaren, von beiden Parteien anerkannten Ende und einem anschlie\u00dfenden Friedensvertrag. Stattdessen wird er einen langen und schwierigen Verhandlungsprozess erfordern. Um diesen Prozess zu beginnen, m\u00fcssen wir zu einem sofortigen Waffenstillstand aufrufen. Diejenigen, die Wege zum Frieden regelm\u00e4\u00dfig ablehnen, heizen den Krieg aktiv an. Auch wenn die Einzelheiten des Friedens von den Kriegsparteien beschlossen und vereinbart werden m\u00fcssen, ist eines sicher: Der Weg zum Frieden f\u00fchrt nicht \u00fcber das Schlachtfeld, sondern \u00fcber den Verhandlungstisch.<\/p>\n<p>Die russischen Streitkr\u00e4fte sind in der Offensive, allerdings sind ihre Erfolge bislang nur gering. Mit welchem Argument will Orb\u00e1n Putin von der Notwendigkeit \u00fcberzeugen, die Kampfhandlungen einzustellen ?<\/p>\n<p>Aus den Informationen, die der Ministerpr\u00e4sident w\u00e4hrend der Friedensmission gesammelt hat, geht hervor, dass sowohl Russland als auch die Ukraine entschlossen sind, den Krieg fortzusetzen. Dies unterstreicht die entscheidende Rolle, die globale Akteure \u2013 darunter die EU, China, die Vereinigten Staaten und die T\u00fcrkei \u2013 als Vermittler auf dem Weg zu Friedensgespr\u00e4chen spielen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Putin besteht darauf, dass Kiew endg\u00fcltig auf die vier ukrainischen Regionen verzichtet, die die Staatsduma in Moskau zu Territorium der Russischen F\u00f6deration erkl\u00e4rt hat, ungeachtet der Tatsache, dass ein Teil dieser Gebiete noch unter ukrainischer Kontrolle steht. Au\u00dferdem haben bei allen Wahlen vor 2014 die Parteien, die f\u00fcr einen Anschluss an Russland pl\u00e4diert haben, in diesen Regionen nie mehr als 15 Prozent der Stimmen bekommen. W\u00e4re der Vorschlag, die Ukraine solle auf Gebiet zugunsten von Frieden verzichten, angesichts dieser Zahlen nicht eine krasse Verletzung des W\u00e4hlerwillens?<\/p>\n<p>Kein Zweifel: Es wird viel Zeit, M\u00fche und Engagement von allen Seiten erfordern, Frieden zu schaffen. Wir respektieren die Souver\u00e4nit\u00e4t und territoriale Integrit\u00e4t der Ukraine, aber wir m\u00fcssen auch die Realit\u00e4t ber\u00fccksichtigen. In den letzten zw\u00f6lf Monaten hat sich das von russischen und ukrainischen Streitkr\u00e4ften kontrollierte Gebiet um kaum mehr als tausend Quadratkilometer ver\u00e4ndert. Eine Auswertung der Informationen \u00fcber milit\u00e4rische Verluste zeigt, dass bislang 136.000 ukrainische Soldaten get\u00f6tet, verwundet oder vermisst wurden. Mit anderen Worten: 136.000 verlorene oder zerst\u00f6rte Leben f\u00fcr ein St\u00fcck Land von der Gr\u00f6\u00dfe Berlins sind ein wahres Beispiel f\u00fcr sinnlose Zerst\u00f6rung. Der einzige Weg, dem ein Ende zu setzen, besteht darin, so schnell wie m\u00f6glich Friedensverhandlungen aufzunehmen.<\/p>\n<p>Welche Sicherheitsgarantien f\u00fcr Kiew sieht denn die Friedensmission von Viktor Orb\u00e1n vor? In Kiew sieht man die Schuld f\u00fcr das Scheitern von Minsk I und II in Moskau \u2013 und in der Tat haben russische Verb\u00e4nde kurz nach Minsk I den Flughafen von Donezk angegriffen und kurz nach Minsk II die Hafenstadt Mariupol.<\/p>\n<p>Die Frage, um die es hier geht, ist weitaus komplexer. <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/aussenpolitik\/ukraine-droht-der-nato-ein-krieg-mit-russland\">Die Nato wurde 1949 als Verteidigungsb\u00fcndnis gegr\u00fcndet<\/a>, um ihre Mitgliedstaaten vor der Bedrohung durch die Sowjetunion zu sch\u00fctzen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde die Nato jedoch nicht grundlegend neu definiert, und auch die Beziehungen zwischen der Nato und Russland wurden nicht eindeutig neu festgelegt. Um die Sicherheit auf dem europ\u00e4ischen Kontinent dauerhaft zu gew\u00e4hrleisten, ist eine langfristige Vereinbarung zwischen der Nato und Russland unerl\u00e4sslich, sonst werden die Probleme unweigerlich wieder auftauchen.<\/p>\n<p>Wie steht Budapest zu den \u00dcberlegungen, die Ukraine in die westlichen B\u00fcndnisse einzubinden, erst in die EU, dann die Nato? Verwiesen wird auf das Beispiel der drei baltischen Republiken, deren Integration in die westlichen Strukturen nicht nur zu einem Wirtschaftsboom gef\u00fchrt, sondern auch die ganze Region stabilisiert hat.<\/p>\n<p>Wir haben den Beginn der Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine nicht blockiert, aber wir glauben, dass ihre EU-Mitgliedschaft im Moment unrealistisch ist, da sie die notwendigen Bedingungen noch nicht erf\u00fcllt hat. Wir schlagen vor, diese Frage erneut zu er\u00f6rtern, sobald diese Bedingungen erf\u00fcllt sind. Es ist wichtig, dass der Erweiterungsprozess nach einem leistungsorientierten Ansatz und unter Einhaltung der EU-Gesetze und -Vorschriften durchgef\u00fchrt wird. Die Ukraine muss auf ihrem Weg zu einem potenziellen Beitritt alle Kriterien erf\u00fcllen, \u00e4hnlich den Anforderungen f\u00fcr die L\u00e4nder des westlichen Balkans.<\/p>\n<p>Ungarn ist seit 1999 Nato-Mitglied. Konnte Viktor Orb\u00e1n Putin \u00fcberzeugen, dass die Nato keine aggressiven Absichten gegen\u00fcber Russland hat?<\/p>\n<p>In den letzten Jahren hat die Nato zunehmend eine konfrontative Haltung gegen\u00fcber Russland eingenommen. Die Staats- und Regierungschefs der Nato-Mitgliedstaaten haben sich \u00f6ffentlich daf\u00fcr ausgesprochen, Russland zu besiegen, und die Nato beteiligt sich aktiv an der Ausbildung, Finanzierung und Ausr\u00fcstung der ukrainischen Streitkr\u00e4fte in ihrem Konflikt mit Russland. <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/aussenpolitik\/deutsche-waffen-gegen-russland-symbolpolitik-fur-den-heimischen-wahlkampf\">Die Waffen der Nato d\u00fcrfen mittlerweile auf russisches Territorium zielen<\/a>, und es wurde eine Nato-Vertretung in Kiew eingerichtet, um die Politik mit der ukrainischen Regierung zu koordinieren, obwohl die Nato rechtlich nicht verpflichtet ist, die Ukraine zu verteidigen. Diese Entwicklungen spiegeln eine Verlagerung hin zu einer aggressiveren Haltung wider, die nach ungarischer Auffassung von der kriegsfreundlichen Politik der derzeitigen US-Regierung beeinflusst wird.<\/p>\n<p>Wir Ungarn glauben, dass Abschreckung wichtig ist, und setzen uns daf\u00fcr ein, dass die Nato ein starkes Verteidigungsb\u00fcndnis wird. Wir sind zuversichtlich, dass Russland die Nato-Mitgliedstaaten nicht angreifen w\u00fcrde, aber es ist wichtig, dass die Nato nicht zu einem offensiven geopolitischen B\u00fcndnis wird. Ihre Aufgabe sollte sich auf den Frieden konzentrieren, nicht auf den Krieg. Aus diesem Grund wird sich Ungarn aus allen Nato-Aktivit\u00e4ten in der Ukraine zur\u00fcckziehen und keine finanzielle Unterst\u00fctzung, milit\u00e4rische Ausr\u00fcstung oder Personal bereitstellen. Ungarn hat sowohl von Generalsekret\u00e4r Stoltenberg als auch seinem Nachfolger Rutte schriftliche Zusicherungen bez\u00fcglich dieser Position erhalten.<\/p>\n<p>Wie steht man in Budapest zu dem in Moskau erhobenen Vorwurf, in Kiew regiere ein \u201efaschistisches Regime\u201c?<\/p>\n<p>Wir leben im Krieg, <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/kultur\/public-relations-im-propagandakrieg-pr-propaganda-ukraine-russland-butscha\">und beide Seiten betreiben Propaganda<\/a>, indem sie extreme Anschuldigungen gegen den Feind erheben. Das ist ein weit verbreitetes Ph\u00e4nomen. Wir sollten uns darauf konzentrieren, einen Weg aus dieser Kriegsmentalit\u00e4t zu finden und eine rationale, pragmatische Kommunikation wiederherzustellen, um Friedensverhandlungen zu beginnen.<\/p>\n<p>Von Moskau ist Viktor Orb\u00e1n nach Peking geflogen. Nach landl\u00e4ufiger Meinung liegt es im Interesse Chinas, dass der russisch-ukrainische Krieg, an dem die westlichen Staaten indirekt beteiligt sind, m\u00f6glichst lange dauert. Mit welchem Argument wollte Orb\u00e1n die chinesische F\u00fchrung \u00fcberzeugen, dass sie die russische Seite zum Ende ihrer Aggression bewegen solle?<\/p>\n<p>China setzt sich f\u00fcr einen Frieden in der Ukraine ein und hat deshalb ein Dokument vorgelegt, das eine m\u00f6gliche politische L\u00f6sung skizziert. Es muss jedoch auch beachtet werden, dass China in der aktuellen geopolitischen Lage Russland nicht im Stich lassen wird. Daher ist es wichtig, die Kommunikationskan\u00e4le zu Peking offen zu halten, da es eine wichtige Rolle bei der L\u00f6sung des Konflikts spielen kann. Nach seiner R\u00fcckkehr von der Friedensmission in China schlug Ministerpr\u00e4sident Orb\u00e1n dem Pr\u00e4sidenten des Europ\u00e4ischen Rates vor, ranghohe politische Gespr\u00e4che zwischen der EU und China zu initiieren, um die n\u00e4chste Friedenskonferenz zu planen. Wir hoffen, dass die europ\u00e4ischen Staats- und Regierungschefs daf\u00fcr offen sein werden.<\/p>\n<p>Oder hat Viktor Orb\u00e1n eine andere Sicht auf den Konflikt? In seiner Regierungserkl\u00e4rung im Jahr 2023 sagte er laut Medienberichten, dass nicht klar sei, wer im Krieg Opfer und wer T\u00e4ter sei. Oder ist diese Passage aus seiner Rede nicht korrekt wiedergegeben worden?<\/p>\n<p>Wir sind uns bewusst, dass auch wir Ziel von Kriegspropaganda und Anschuldigungen sind. Ministerpr\u00e4sident Orb\u00e1n hat tausendmal erkl\u00e4rt, dass wir Russland als Aggressor und die Ukraine als Opfer ansehen. Das bedeutet aber nicht, dass wir die Beziehungen zu Russland komplett abbrechen sollten \u2013 im Gegenteil, offene Kommunikationskan\u00e4le sind der Schl\u00fcssel zur L\u00f6sung dieses Konflikts.<\/p>\n<p>Welche Schritte wird Orb\u00e1n unternehmen, um in einen konstruktiven Dialog mit Br\u00fcssel zu kommen? Denn eine EU-Pr\u00e4sidentschaft, die von anderen Mitgliedstaaten boykottiert wird, liegt sicherlich nicht im Interesse Ungarns.<\/p>\n<p>Den ungarischen Ratsvorsitz wegen politischer Differenzen zu boykottieren, ist kindisch, und abweichende Stimmen zum Schweigen zu bringen, widerspricht den europ\u00e4ischen Werten. Ungarn setzt sich weiterhin f\u00fcr einen konstruktiven Dialog mit allen europ\u00e4ischen Partnern ein. Vor Beginn der Ratspr\u00e4sidentschaft hat Ministerpr\u00e4sident Orb\u00e1n Kontakt mit den Staats- und Regierungschefs der wichtigsten EU-Mitgliedstaaten aufgenommen, er hat Rom, Paris und Berlin besucht, um das Programm der ungarischen Ratspr\u00e4sidentschaft vorzustellen und um politische Unterst\u00fctzung zu werben. Er kommunizierte auch mit den Staats- und Regierungschefs des Europ\u00e4ischen Rates durch schriftliche Mitteilungen. Die Ratspr\u00e4sidentschaft hat die Aufgabe, die EU-Agenda voranzubringen, einen Konsens zu f\u00f6rdern. Unser Ziel ist es, eine dynamische Pr\u00e4sidentschaft zu f\u00fchren, indem wir Initiativen vorschlagen, die eine umfassende Diskussion anregen. Wir setzen uns f\u00fcr die St\u00e4rke, die Wettbewerbsf\u00e4higkeit und das Wohlergehen der Menschen in Europa ein, nach dem Motto \u201eMake Europe Great Again\u201c.\u00ab<\/p>\n<p><em>Das Interview f\u00fchrte Thomas Urban.<\/em><\/p>\n<p>AUTORENINFO<\/p>\n<p>Thomas Urban ist Journalist und Sachbuchautor. Er war Korrespondent in Warschau, Moskau und Kiew. Zuletzt von ihm erschienen: \u201eLexikon f\u00fcr Putin-Versteher\u201c.<\/p>\n<p>*\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/aussenpolitik\/ungarn-ukrainekrieg-viktor-orban-balazs-orban-russland\">Ungarn und der Ukrainekrieg &#8211; \u201eDie Strategie des Westens hat die Situation verschlimmert\u201c | Cicero Online<\/a><\/p>\n<p>\u2013\u00a0 \u2013\u00a0 \u2013<\/p>\n<p><strong>Kommentar<\/strong> von Reinhold Schramm<\/p>\n<p>Im Gegensatz zur Kriegshetze in Deutschland.<\/p>\n<p>Eine klare Friedensdiplomatie Ungarns, so ganz im Gegensatz zur Kriegshetze der Mehrheit im Parlament und aller Regierungsparteien Deutschlands (CDU\/CSU, FDP, Olivgr\u00fcn und SPD).<\/p>\n<p>Es ist der regierende, antirussische Wahn der Aufr\u00fcstungs- und Lobbyparteien der bundesdeutschen R\u00fcstungsindustrien und amerikanisch-deutschen Atlantikbr\u00fccke, der die aktuelle Kriegspolitik \u2013 ebenso wie in Gro\u00dfbritannien und Frankreich \u2013 vorantreibt.<\/p>\n<p>Hierbei sind die b\u00fcrgerlich-parlamentarisch Regierenden der europ\u00e4ischen NATO- und EU-Staaten auch dazu bereit, einen gro\u00dfen Nuklearkrieg in Europa und Eurasien zu riskieren.<\/p>\n<p>Die Mehrheit der V\u00f6lker ist sich dem nicht bewusst. Sie werden durch die Monopolmedien und in Deutschland von den GEZ-Massenmedien tiefenpsychologisch manipuliert und mit Spa\u00df und Spielen wirksam von der drohenden Kriegsgefahr abgelenkt.<\/p>\n<p>\u25baEs gibt keine Alternative zur Friedensdiplomatie und einvernehmlichen Verhandlung mit der politischen Administration der Russischen F\u00f6deration.<\/p>\n<p>PS: Die Wortf\u00fchrerInnen der Parlamentsmehrheiten und Europ\u00e4ischen Union betreiben derzeit eine verbrecherische Kriegs- und Gesellschaftspolitik gegen ihre Bev\u00f6lkerungen, aber auch gegen die Lebensinteressen der Bev\u00f6lkerung der Ukraine.<\/p>\n<p>25.07.2024, Reinhold Schramm (Bereitstellung)<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-sep-clear\"><\/div><div class=\"fusion-separator fusion-full-width-sep\" style=\"margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:10px;margin-bottom:10px;width:100%;\"><\/div><div class=\"fusion-sep-clear\"><\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":38,"featured_media":5864,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-8814","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-maschinenraum"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8814","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/38"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8814"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8814\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8816,"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8814\/revisions\/8816"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5864"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8814"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8814"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8814"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}