{"id":5996,"date":"2023-03-01T11:50:55","date_gmt":"2023-03-01T10:50:55","guid":{"rendered":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/?p=5996"},"modified":"2023-03-14T09:24:49","modified_gmt":"2023-03-14T08:24:49","slug":"aufstehen-spyer-teil-der-friedensinitiative-in-spyer-verbreitet-diesen-text-weil-er-die-debatten-und-entwicklungen-der-letzten-jahre-aus-dem-blickwinkel-einer-entschiedenen-pazifistin-zusammenfass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/aufstehen-spyer-teil-der-friedensinitiative-in-spyer-verbreitet-diesen-text-weil-er-die-debatten-und-entwicklungen-der-letzten-jahre-aus-dem-blickwinkel-einer-entschiedenen-pazifistin-zusammenfass\/","title":{"rendered":"aufstehen-Spyer, Teil der Friedensinitiative in Speyer, verbreitet diesen Text, weil er die Debatten und Entwicklungen der letzten Jahre aus  dem Blickwinkel einer entschiedenen Pazifistin zusammenfasst."},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last\" style=\"--awb-bg-size:cover;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-column-wrapper-legacy\"><div class=\"fusion-sep-clear\"><\/div><div class=\"fusion-separator fusion-full-width-sep\" style=\"margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:7px;margin-bottom:7px;width:100%;\"><\/div><div class=\"fusion-sep-clear\"><\/div><div class=\"fusion-sep-clear\"><\/div><div class=\"fusion-separator fusion-full-width-sep\" style=\"margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:7px;margin-bottom:7px;width:100%;\"><\/div><div class=\"fusion-sep-clear\"><\/div><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><h3 style=\"text-align: center;\" data-fontsize=\"30\" data-lineheight=\"39\"><span style=\"color: #ff0000;\">aufstehen<\/span>-Speyer, Teil der Friedensinitiative in Speyer, verbreitet den nachfolgenden Text, weil er die Debatten und Entwicklungen der letzten Jahre aus dem Blickwinkel einer entschiedenen Pazifistin zusammenfasst.<\/h3>\n<p>F\u00fcr das Regionalfernsehen wurde folgender Beitrag erstellt:<br \/>\n<span style=\"color: #020de5;\"><a style=\"color: #001cf4;\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=MnV53ozr3QU\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=MnV53ozr3QU<\/a><\/p>\n<p><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<h3 style=\"text-align: center;\" data-fontsize=\"30\" data-lineheight=\"39\">Speyerer Friedensinitiative<br \/>\nTreffen: 14-t\u00e4gig, jeweils am Mittwoch, in den geraden Kalenderwochen,<br \/>\n19 Uhr, Eckpunkt Speyer<br \/>\nKontakt: friedensp@posteo.de<\/h3>\n<h1 style=\"text-align: center; font-size: 67.928px; line-height: 82.913px;\" data-fontsize=\"68\" data-lineheight=\"83\" data-inline-fontsize=\"68.927px\" data-inline-lineheight=\"83.912px\"><span style=\"color: #000000;\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4878 aligncenter\" src=\"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/weil-Frieden-die-Grundlage-ist-300x169.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" \/><\/span><\/h1>\n<p><b>Verschiedene Berichte, die aus unserer Sicht die Situation in der Ukraine gut wiedergeben, findet Ihr hier:<\/b><br \/>\n<span style=\"color: #000cf4;\"><a href=\"https:\/\/machmit.aufstehen.de\/mitmachen\/images\/FriedenSchaffen2022.html\"><b style=\"color: #1f00ea;\">https:\/\/machmit.aufstehen.de\/mitmachen\/images\/FriedenSchaffen2022.html<\/b><\/a><br \/>\n<\/span><span style=\"color: var(--h1_typography-color); font-family: var(--h1_typography-font-family); font-size: 68.927px; font-style: var(--h1_typography-font-style,normal); font-weight: var(--h1_typography-font-weight); letter-spacing: var(--h1_typography-letter-spacing); text-align: center;\"><br \/>\n&#8230;<\/span><\/p>\n<h3 data-fontsize=\"30\" data-lineheight=\"39\"><a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/ein-jahr-ukraine-krieg-kritik-an-gruenen-antje-vollmers-vermaechtnis-einer-pazifistin-was-ich-noch-zu-sagen-haette-li.320443\"><span style=\"color: #0000ff;\">Antje Vollmers Verm\u00e4chtnis einer Pazifistin: \u201eWas ich noch zu sagen h\u00e4tte\u201c (berliner-zeitung.de)<\/span><\/a>,<\/h3>\n<h3 data-fontsize=\"30\" data-lineheight=\"39\"><span style=\"color: #008000;\">Antje Vollmer war Vizepr\u00e4sidentin des Deutschen Bundestages und hat als Erstunterzeichnerin das Friedensmanifest von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer unterschrieben. Vollmer ist Pazifistin und war Gegnerin des Kosovo- , Irak- und Afghanistan-Krieges. Als Autorin hat sie sich intensiv mit den Akteuren des 20. Juli 1944 und dem antifaschistischen Widerstand besch\u00e4ftigt. Antje Vollmer ist schwer erkrankt. Man kann ihren Text als politisches Verm\u00e4chtnis lesen \u2013 er ist eine gro\u00dfe Abrechnung mit dem Zeitgeist.<\/span><\/h3>\n<h3 data-fontsize=\"30\" data-lineheight=\"39\"><\/h3>\n<h3 data-fontsize=\"30\" data-lineheight=\"39\"><span style=\"font-size: 16px;\">ANTJE VOLLMER<\/span><\/h3>\n<div class=\"infobox_right___wnM1\">\n<hr \/>\n<h3 class=\"infobox_text__ZIjNu\" data-fontsize=\"30\" data-lineheight=\"39\">\u201e\u2026und wehret Euch t\u00e4glich. Ein gr\u00fcnes Tagebuch\u201c (1984) Antje Vollmer wurde am 31. Mai 1943 in L\u00fcbbecke, Westfalen, geboren. Sie ist ehemalige Vizepr\u00e4sidentin des Deutschen Bundestages und Gr\u00fcnen-Politikerin. Sie erh\u00e4lt unter anderem die Carl-von-Ossietzky-Medaille (1989), den Hannah-Arendt-Preis (1998) und den 2002 den Masaryk-Orden der tschechischen Republik f\u00fcr Verdienste um die deutsch- tschechische Auss\u00f6hnung (verliehen durch Staatspr\u00e4sident Vaclav Havel). Sie schrieb zahlreiche B\u00fccher, unter anderem: \u201e\u2026und wehret Euch t\u00e4glich. Ein gr\u00fcnes Tagebuch\u201c (1984), \u201eHei\u00dfer Frieden. \u00dcber Gewalt, Macht und das Geheimnis der Zivilisation\u201c (1995), \u201eDoppelleben. Heinrich und Gottliebe von Lehndorff im Widerstand gegen Hitler und von Ribbentrop\u201c (2010), &#8222;Stauffenbergs Gef\u00e4hrten&#8220; mit Lars Broder-Keil (2013).<\/h3>\n<h3 data-fontsize=\"30\" data-lineheight=\"39\"><span style=\"color: #ff0000;\">Verm\u00e4chtnis einer Pazifistin\u201c von Antje Vollmer<\/span><br \/>\nIch stand auf dem Bahnhof meiner Heimatstadt und wartete auf den ICE. Pl\u00f6tzlich n\u00e4herte<br \/>\nsich auf dem Nebengleis ein riesiger Geleitzug, vollbeladen mit Panzern \u2013 mit Mardern,<br \/>\nGeparden oder Leoparden. Ich kann das nicht unterscheiden, aber ich konnte geschockt das<br \/>\nBild lesen. Der Transport fuhr von West nach Ost.<br \/>\nEs war nicht schwer, sich das Gegenbild vorzustellen. Irgendwo im Osten des Kontinents<br \/>\nrollten zur gleichen Zeit Milit\u00e4rtransporte voller russischer Kampfpanzer von Ost nach West.<br \/>\nSie w\u00fcrden sich nicht zu einer Panzerschlacht im Stile des Ersten Weltkrieges irgendwo in der<br \/>\nUkraine treffen.<br \/>\nNein, sie w\u00fcrden diesmal erneut den waffenstarrenden Abgrund zwischen zwei Machtbl\u00f6cken<br \/>\nmarkieren, an dem die Welt sich vielleicht zum letzten Mal in einer Konfrontation mit<br \/>\nm\u00f6glicherweise apokalyptischem Ausgang gegen\u00fcbersteht. Wir befanden uns also wieder im<br \/>\nKalten Krieg und in einer Spirale der gegenseitigen existenziellen Bedrohung \u2013 ohne Ausweg,<br \/>\nohne Perspektive. Alles, wogegen ich mein Leben lang politisch gek\u00e4mpft habe, war mir in<br \/>\ndiesem Moment pr\u00e4sent als eine einzige riesige Niederlage.<\/h3>\n<h3 data-fontsize=\"30\" data-lineheight=\"39\"><span style=\"color: #0000ff;\">Bei Geschichte ist es immer wichtig, von welchem Anfang man sie erz\u00e4hlt<\/span><br \/>\nEs ist \u00fcblich geworden, zu Beginn jeder Erw\u00e4hnung der ungeheuren Trag\u00f6die um den<br \/>\nUkraine-Krieg wie eine Schwurformel von der \u201eZeitenwende\u201c, vom v\u00f6lkerrechtswidrigen<br \/>\nbrutalen Angriffskrieg Putins bei feststehender Alleinschuld der russischen Seite zu reden und<br \/>\ndem\u00fctig zu bekennen, wie sehr man sich geirrt habe im Vertrauen auf eine Phase der<br \/>\nEntspannung und der Vers\u00f6hnung mit Russland nach der gro\u00dfen Wende 1989\/90.<br \/>\nDiese Schwurformel wird wie ein Ritual eingefordert, wie ein Kotau, um \u00fcberhaupt weiter<br \/>\nmitreden zu d\u00fcrfen. Die Feststellung ist ja auch nicht falsch, sie verdeckt aber h\u00e4ufig genau<br \/>\ndie zentralen Fragen, die es eigentlich zu kl\u00e4ren g\u00e4be.<br \/>\nWo genau begann die Niederlage? Wo begann der Irrtum? Wann und wie entstand aus einer<br \/>\nder gl\u00fccklichsten Phasen in der Geschichte des eurasischen Kontinents, nach dem nahezu<br \/>\ngewaltfreien Ende des Kalten Krieges, diese erneute t\u00f6dliche Eskalation von Krieg, Gewalt und<br \/>\nBlockkonfrontation? Wer hatte Interesse daran, dass die damals m\u00f6gliche friedliche<br \/>\nKoexistenz zwischen Ost und West nicht zustande kam, sondern einem erneuten weltweitem<br \/>\nAntagonismus anheimfiel?<br \/>\nUnd dann die Frage aller Fragen: Warum nur fand ausgerechnet Europa, dieser Kontinent mit<br \/>\nall seinen historischen Trag\u00f6dien und machtpolitischen Irrwegen, nicht die Kraft, zum<br \/>\nZentrum einer friedlichen Vision f\u00fcr den bedrohten Planeten zu werden?<br \/>\nF\u00fcr die Deutung historischer Ereignisse ist es immer entscheidend, mit welchen Aspekten<br \/>\nman beginnt, eine Geschichte zu erz\u00e4hlen.<\/h3>\n<h3 data-fontsize=\"30\" data-lineheight=\"39\"><span style=\"color: #0000ff;\">Russlands gro\u00dfe Vorleistung des Gewaltverzichts<\/span><br \/>\nIch widerspreche der heute \u00fcblichen These, 1989 habe es eine etablierte europ\u00e4ische<br \/>\nFriedensordnung gegeben, die dann Schritt um Schritt einseitig von Seiten Russlands unter<br \/>\ndem Diktat des KGB-Agenten Putin zerst\u00f6rt worden sei, bis es schlie\u00dflich zum Ausbruch des<br \/>\nUkrainekrieges kam.<br \/>\nDas ist nicht richtig. Richtig ist: 1989 ist eine Ordnung zerbrochen, die man korrekter als \u201ePax<br \/>\natomica\u201c bezeichnet hat, ohne dass eine neue Friedensordnung an ihre Stelle trat. Diese zu<br \/>\nschaffen, w\u00e4re die Aufgabe der Stunde gewesen. Aber die vision\u00e4re Phantasie Europas und<br \/>\ndes Westens in der Wendezeit reichte nicht aus, um sich das haltbare Konzept einer stabilen<br \/>\neurop\u00e4ischen Friedensordnung auszudenken, das allen L\u00e4ndern der ehemaligen Sowjetunion<br \/>\neinen Platz verl\u00e4sslicher Sicherheit und Zukunftshoffnungen anzubieten vermocht h\u00e4tte.<br \/>\nZwei Gr\u00fcnde sind daf\u00fcr entscheidend. Beide haben mit alten europ\u00e4ischen Irrt\u00fcmern zu tun:<br \/>\nZum einen wurde der umfassende wirtschaftliche und politisch Zusammenbruch der<br \/>\nSowjetunion 1989 einseitig als triumphaler Sieg des Westens im Systemkonflikt zwischen Ost<br \/>\nund West interpretiert, der damit endg\u00fcltig die historische Niederlage des Ostens besiegelte.<br \/>\nDieser Hang, sich zum Sieger zu erkl\u00e4ren, ist eine alte westliche Hybris und seit jeher Grund<br \/>\nf\u00fcr viele Dem\u00fctigungen, die das ungleiche Verh\u00e4ltnis zum Osten pr\u00e4gen.<br \/>\nDie Unf\u00e4higkeit, nach so umfassenden Umbr\u00fcchen andere gleichberechtigte L\u00f6sungen zu<br \/>\nsuchen, hat in dieser fatalen \u00dcberheblichkeit ihre Hauptursache. Vor allem aber wurde so das<br \/>\nungeheure und einzigartige Verdienst der sowjetischen F\u00fchrung unter Michail<br \/>\nGorbatschow mit einer verbl\u00fcffenden Ignoranz als gerngesehenes Geschenk der Geschichte<br \/>\neingeordnet: Die gro\u00dfe Vorleistung des Gewaltverzichts in der Reaktion auf das<br \/>\nFreiheitsbestreben der V\u00f6lker des Ostblocks galt als nahezu selbstverst\u00e4ndlich.<\/h3>\n<h3 data-fontsize=\"30\" data-lineheight=\"39\"><span style=\"color: #0000ff;\">Michail Gorbatschow hat viele seiner B\u00fcrger entt\u00e4uscht<\/span><br \/>\nDas aber war es gerade nicht. Bis heute ist erstaunlich, ja unfassbar, wie wenig Gewicht dem<br \/>\nbeigemessen wurde, dass die Aufl\u00f6sung eines sowjetischen Weltimperiums nahezu gewaltfrei<br \/>\nvonstatten ging. Die naive Beschreibung dieses einmaligen Vorgangs lautete dann etwa so:<br \/>\nWie ein Kartenhaus, hochverdient und unvermeidlich, sei da ein ganzes System in sich<br \/>\nzusammengesackt.<br \/>\nDass gerade diese Gewaltfreiheit das gr\u00f6\u00dfte Wunder in einer Reihe wundersamer Ereignisse<br \/>\nwar, wurde kein eigenes Thema. Sie wurde vielmehr als Schw\u00e4che gedeutet. Es gibt aber<br \/>\nkaum Vorbilder in der Geschichte f\u00fcr einen solchen Vorgang. Selbst die schw\u00e4chsten<br \/>\nGewaltregime neigen gerade im Stadium ihres Untergangs gesetzm\u00e4\u00dfig dazu, eine Orgie von<br \/>\nGewalt, Zerst\u00f6rung und Selbstzerst\u00f6rung anzurichten und alles um sie herum in ihren eigenen<br \/>\nUntergang mitzurei\u00dfen \u2013 wie exemplarisch beim Untergang des NS-Reiches zu sehen war.<br \/>\nDie Sowjetunion des Jahres 1989 unter Gorbatschow, wiewohl politisch und wirtschaftlich<br \/>\ngeschw\u00e4cht, verf\u00fcgte \u00fcber das gr\u00f6\u00dfte Atompotential, sie hatte eigene Truppen auf dem<br \/>\ngesamten Gebiet ihrer Herrschaft stationiert. Es w\u00e4re ein Leichtes gewesen, das alles zu<br \/>\nmobilisieren. Das wurde ja auch von vielen Vertretern des alten Regimes vehement gefordert.<br \/>\nMit dem historischen Abstand wird noch viel deutlicher, welche staatsm\u00e4nnische Leistung es<br \/>\nwar, lieber \u201eHelden des R\u00fcckzugs\u201c (Enzensberger) zu sein, als in einem letzten Aufb\u00e4umen als<br \/>\nblutige R\u00e4cher und Schl\u00e4chter von der Geschichte abzutreten. Die Wahl, die Michail<br \/>\nGorbatschow fast allein getroffen hat, hat ihm nicht zuletzt die Entt\u00e4uschung vieler seiner<br \/>\nB\u00fcrger eingebracht. Es hie\u00df, er habe nachtr\u00e4glich den Gro\u00dfen Vaterl\u00e4ndischen Krieg verloren.<\/h3>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Die gro\u00dfen Reformer haben Mut bewiesen, sie werden heute gerne vergessen<\/span><br \/>\nWie ein stummes Mahnmal gigantischer europ\u00e4ischer Undankbarkeit steht daf\u00fcr der<br \/>\nerschreckend private Charakter der Trauerfeier um den wohl gr\u00f6\u00dften Staatsmann unserer<br \/>\nZeit auf dem Moskauer Prominenten-Friedhof. Es w\u00e4re ein Gebot der Stunde gewesen, dass<br \/>\ndie Granden Europas Michail Gorbatschow, der l\u00e4ngst im eigenen Land isoliert war, ihre<br \/>\nHochachtung und ihren Respekt erwiesen h\u00e4tten, indem sie sich vor ihm verneigten.<br \/>\nZumindest aus Deutschland, das fast ihm allein das Gl\u00fcck der Wiedervereinigung verdankt,<br \/>\nh\u00e4tte ein Bundespr\u00e4sident Steinmeier an diesem Grab stehen m\u00fcssen. Die Einsamkeit um<br \/>\ndiesen Toten war unertr\u00e4glich. So nutzte ausgerechnet Viktor Orban die Chance, diesen<br \/>\nBoykott einer angemessenen W\u00fcrdigung zu unterlaufen. Es bleibt ein besch\u00e4mendes Zeichen,<br \/>\nein Menetekel historischer Ignoranz. Wenige Tage sp\u00e4ter dr\u00e4ngelten sich die Repr\u00e4sentanten<br \/>\ndes europ\u00e4ischen Zeitgeistes dann alle mediengerecht am Grab der englischen Queen und<br \/>\ndes deutschen Papstes Benedikt XVI.<br \/>\nBis heute ist mir schwer verst\u00e4ndlich, warum es nicht zumindest eine Demonstration der<br \/>\nDankbarkeit bei den eigentlichen Profiteuren dieses Gewaltverzichtes, bei den Bewegungen<br \/>\nder friedlichen B\u00fcrgerproteste gegeben hat. Gerade sie hatten ja hautnah die \u00c4ngste<br \/>\nerfahren, was alles h\u00e4tte passieren k\u00f6nnen, wenn es 1989 in Ost-Berlin eine \u00e4hnliche<br \/>\nReaktion wie bei den Studentenprotesten in Peking gegeben h\u00e4tte.<br \/>\nUnd tats\u00e4chlich ist ein Teil der heutigen Zur\u00fcckhaltung im Osten Deutschlands gegen\u00fcber der<br \/>\neinseitigen Anprangerung Russlands wohl dieser anhaltenden Dankbarkeit zuzuschreiben.<br \/>\nMediale Wortf\u00fchrer und Interpreten aber wurden andere \u2013 und sie wurden immer dreister.<br \/>\nImmer kleiner wurde in ihren Interpretationen der Anteil am Verdienst der Gewaltfreiheit auf<br \/>\nsowjetischer Seite, immer wirkm\u00e4chtiger wurde die Legende von der eigenen gro\u00dfartigen<br \/>\nWiderstandsleistung.<br \/>\nAlle kundigen Zeitzeugen wissen genau, dass der Widerstand und der Heldenmut von Joachim<br \/>\nGauck, Marianne Birthler, Katrin G\u00f6ring-Eckardt durchaus ma\u00dfvoll war und den Grad<br \/>\n\u00fcberlebenst\u00fcchtiger Anpassung nicht wesentlich \u00fcberschritt. Manche Selbstbeschreibungen<br \/>\nlesen sich allerdings heute wie Hochstapelei. Sie verschweigen oder verkennen, was andere<br \/>\nKr\u00e4fte zum gro\u00dfen Wandel beitrugen und dass mancher Reformer im System keineswegs<br \/>\nweniger Einsatz und Mut gewagt hatte.<\/p>\n<h3 data-fontsize=\"30\" data-lineheight=\"39\"><span style=\"color: #0000ff;\">Billige antirussische Ressentiments<\/span><br \/>\nDas mag menschlich, allzu menschlich sein und also nicht weiter erw\u00e4hnenswert. Fatal<br \/>\nallerdings ist, dass dieser Teil der B\u00fcrgerrechtler heute zu den eifrigsten Kronzeugen eines<br \/>\nbilligen antirussischen Ressentiments z\u00e4hlt. Dies kn\u00fcpft dabei bruchlos an jene Ideologie des<br \/>\nKalten Krieges an, die vom berechtigten Antistalinismus \u00fcber den verst\u00e4ndlichen<br \/>\nAntikommunismus bis hin zur irrationalen Slawenphobie viele Varianten von westlichen<br \/>\nFeindbildern bis heute pr\u00e4gt.<br \/>\nDie wichtigsten Fragen, die heute zwischen Ost und West verhandelt werden m\u00fcssten,<br \/>\nlauten: Was bedeutet es eigentlich, eine europ\u00e4ische Nation zu sein? Was unterscheidet uns<br \/>\nvon anderen? Welche F\u00e4higkeiten muss eine Nation erwerben, um dazuzugeh\u00f6ren? Was sind<br \/>\ndie Lehren unserer Geschichte? Welche Ideale pr\u00e4gen uns? Welche Irrt\u00fcmer und<\/h3>\n<p>Verbrechen? Diese Fragen werden in aller Deutlichkeit wachgerufen am Beispiel der Ukraine<br \/>\nund ihres Abwehrkampfes gegen die russische Aggression.<\/p>\n<h3 data-fontsize=\"30\" data-lineheight=\"39\"><span style=\"color: #0000ff;\">Europa sollte nicht immer auf der Suche nach Schurkenstaaten sein<\/span><br \/>\nIn unseren Medien verk\u00f6rpert die Ukraine das Ideal und Vorbild einer freiheitsliebenden<br \/>\nwestlichen Demokratie heroischen Zuschnitts. Die Ukraine, so hei\u00dft es, k\u00e4mpfe nicht nur f\u00fcr<br \/>\nihre eigene Nation, sondern zugleich f\u00fcr die universale historische Mission des Westens. Wer<br \/>\nsich machtpolitisch behauptet, wer seine Existenz mit blutigen Opfern und Waffen verteidigt,<br \/>\ngilt als Bollwerk f\u00fcr die europ\u00e4ischen Ideale der Freiheit, koste es, was es wolle. Wer aber den<br \/>\nWeg des Konsenses, der Kooperation, der Verst\u00e4ndigung und der Vers\u00f6hnung sucht, gilt als<br \/>\nschwach und deswegen als irrelevant, ja als verachtenswert. Von daher sind Gorbatschow<br \/>\nund Selenskyj die eigentlichen Antitypen in der Frage, was es heute hei\u00dft, Europ\u00e4er zu sein<br \/>\nund die europ\u00e4ischen Tugenden zu verk\u00f6rpern.<br \/>\nNeben diesem Hang zum Heroischen und zur Selbsterh\u00f6hung liegt hier die Wurzel, die ich f\u00fcr<br \/>\nden Grundirrtum einer europ\u00e4ischen Identit\u00e4t halte: das scheinbar unausrottbare Bed\u00fcrfnis<br \/>\nnach nationalem Chauvinismus. Jahrhundertelang haben nationale Exzesse die Geschichte<br \/>\nunseres Kontinents gepr\u00e4gt. Keine Nation war frei davon: nicht die Franzosen, schon gar nicht<br \/>\ndie Briten, nicht die Spanier, nicht die Polen, nicht die Ukrainer, nicht die Balten, nicht die<br \/>\nSchweden, nicht die Russen, noch nicht einmal die Tschechen \u2013 und schon gar nicht die<br \/>\nDeutschen.<br \/>\nEs ist ein fataler Irrtum, zu meinen, durch den Widerstand gegen die anderen imperialen<br \/>\nM\u00e4chte gewinne der eigene Nationalismus so etwas wie eine historische Unschuld. Das ist<br \/>\nSelbstbetrug und einer der folgenschwersten europ\u00e4ischen Irrt\u00fcmer. Er verf\u00fchrt auch heute<br \/>\nnoch viele junge Demokratien dazu, sich nur als Opfer fremder M\u00e4chte zu sehen und die<br \/>\neigene Gewaltgeschichte, die eigenen Gewaltphantasien f\u00fcr berechtigt zu halten. Was Europa<br \/>\nimmer wieder zu lernen hatte und historisch meist verfehlte, ist die Kunst der<br \/>\nSelbstbegrenzung, der friedlichen Nachbarschaft, der Fairness, der Wahrung gegenseitiger<br \/>\nInteressen und des Respektes voreinander. Was Europa endlich verlernen muss, ist das<br \/>\nst\u00e4ndige Verteilen von Ketzerh\u00fcten, das Ausmachen von Achsen des B\u00f6sen und von immer<br \/>\nneuen Schurkenstaaten.<\/h3>\n<h3 data-fontsize=\"30\" data-lineheight=\"39\"><span style=\"color: #0000ff;\">Die Vision von Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher<\/span><br \/>\nAch Europa! Jedes Mal, wenn wieder eine der gro\u00dfen Krisen und Kriege des Kontinents<br \/>\n\u00fcberstanden war \u2013 nach dem 30-j\u00e4hrigen Krieg, nach dem Feldzug Napoleons gegen<br \/>\nRussland, nach zwei Weltkriegen, nach dem Kalten Krieg \u2013, konnte man hoffen, der<br \/>\nmachtpolitische Irrweg sei nun durch bittere Erfahrung widerlegt und gebe einem<br \/>\n\u00fcberlebenst\u00fcchtigeren Weltverst\u00e4ndnis endlich Raum. Und jedes Mal fielen wie durch einen<br \/>\nFluch die V\u00f6lker Europas wieder der Versuchung anheim, den Weg der Dominanz und der<br \/>\nKonfrontation zu gehen.<br \/>\nUmso wertvoller ist aber das gro\u00dfe Gegenbeispiel: Gorbatschows Hoffnung, dass auch f\u00fcr alle<br \/>\nehemaligen Staaten der Sowjetunion eine neue Sicherheitsordnung m\u00f6glich sei, die den<br \/>\nunterschiedlichen Sicherheitsbed\u00fcrfnissen gerecht werden w\u00fcrde, war in der Charta von Paris<br \/>\ndurchaus angedacht als Raum gemeinsamer wirtschaftlicher und politischer Kooperation<br \/>\nzwischen dem alten Westeuropa und den neuen \u00f6stlichen Staaten. Das war damals auch die<\/h3>\n<p>Vision von Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher. Aber es gab keinen Plan, kein Konzept,<br \/>\ndie Vision war einfach zu undeutlich.<\/p>\n<h3 data-fontsize=\"30\" data-lineheight=\"39\"><span style=\"color: #0000ff;\">Der Krieg verschlingt sinnlos die Milliarden<\/span><br \/>\nWie schnell sich wieder das Gef\u00fchl des leichten Triumphes einstellte, l\u00e4sst sich an einem<br \/>\ntraurigen Beispiel gut ablesen: am Umgang mit Jugoslawien. Jugoslawien geh\u00f6rte zu den<br \/>\nblockfreien Staaten, es hatte sich rechtzeitig vom Stalinismus gel\u00f6st und die<br \/>\njahrhundertealten nationalen Rivalit\u00e4ten aus der Zeit der Donau-Monarchie einigerma\u00dfen<br \/>\nbefriedet. Es w\u00e4re nichts leichter gewesen, als diesem Jugoslawien als Ganzem 1989 eine<br \/>\n\u00d6ffnung nach Europa und zur EU anzubieten.<br \/>\nEs h\u00e4tte Zeit gebraucht, aber es w\u00e4re m\u00f6glich gewesen. Man h\u00e4tte nur darauf verzichten<br \/>\nm\u00fcssen, dem nationalen Dr\u00e4ngen der Slowenen und Kroaten zu schnell nachzugeben und das<br \/>\nneue Feindbild der aggressiven Serben zu pflegen. Solche Weisheit allerdings fehlte v\u00f6llig im<br \/>\n\u00dcberbietungswettstreit um die Anerkennung neuer Nationalstaaten auf dem Balkan. Der<br \/>\nbosnische B\u00fcrgerkrieg, Srebrenica, die Zerst\u00f6rung Sarajewos, Hunderttausende Tote und<br \/>\ntraumatisierte Menschen, der v\u00f6lkerrechtswidrige Angriffskrieg der Nato gegen Belgrad, die<br \/>\nv\u00f6lkerrechtswidrige Anerkennung des Kosovo als selbst\u00e4ndiger Staat, das vielf\u00e4ltige<br \/>\nAufb\u00e4umen von neuen nationalen Chauvinismen w\u00e4ren vermeidbar gewesen.<\/h3>\n<h3 data-fontsize=\"30\" data-lineheight=\"39\"><span style=\"color: #0000ff;\">Was bedeutet das alles f\u00fcr die unmittelbare Gegenwart und f\u00fcr die deutsche Politik im Jahre <\/span><br \/>\n<span style=\"color: #0000ff;\">2023?<\/span><br \/>\nDie Koordinaten haben sich entscheidend verschoben. Bis zum Ende der Regierung Schr\u00f6der<br \/>\nkonnte man davon ausgehen, dass gerade Deutschland aus der Zeit der Entspannungspolitik<br \/>\neinen privilegierten Zugang, zumindest einen gewissen Spielraum zum Konfliktausgleich<br \/>\nzwischen den gro\u00dfen geopolitischen Spannungsherden innehatte. Diese Zeit ist endg\u00fcltig<br \/>\nvorbei.<br \/>\nUngef\u00e4hr im Jahre 2008 begann Putin, dem Status quo zu misstrauen und seinen<br \/>\nMachtbereich gegen den Westen auszurichten. Deutschland begann, sich als europ\u00e4ischer<br \/>\nRiegenf\u00fchrer im neuen Konzept der Nato zu definieren. Im Rahmen der Reaktionen auf den<br \/>\nUkrainekrieg r\u00fcckte es endg\u00fcltig ins Zentrum der antirussischen Gegenstrategien. Das<br \/>\nbegr\u00fc\u00dfenswerte, aber medial vielgescholtene Z\u00f6gern des Kanzlers Olaf Scholz war zu wenig<br \/>\nvon einer haltbaren politischen Alternative unterf\u00fcttert und geriet so ins Rutschen.<br \/>\nWirtschaftlich und politisch zahlen wir daf\u00fcr einen hohen Preis. Der deutsche<br \/>\nWirtschaftsminister bem\u00fcht sich, die alten Abh\u00e4ngigkeiten von Russland und China durch<br \/>\nneue Abh\u00e4ngigkeiten zu Staaten zu ersetzen, die keineswegs als Musterdemokratien<br \/>\ndurchgehen k\u00f6nnen. Die Au\u00dfenministerin ist die schrillste Trompete der neuen<br \/>\nantagonistischen Nato-Strategie.<br \/>\nIhre Begr\u00fcndungen verbl\u00fcffen durch argumentative Schlichtheit. Dabei wachsen die<br \/>\nR\u00fcstungskosten und der Einfluss der R\u00fcstungs- und Energiekonzerne ins Unermessliche. Der<br \/>\nKrieg verschlingt sinnlos die Milliarden, die f\u00fcr die Rettung des Planeten und gegen die Armut<br \/>\ndes globalen S\u00fcdens dringend gebraucht w\u00fcrden. Das aufsteigende China aber wird<br \/>\npropagandistisch als neuer geopolitischer Gegner ausgemacht und in der Taiwan-Frage<br \/>\nst\u00e4ndig provoziert. Das sind alles keine guten Auspizien.<\/h3>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Der Frieden und das \u00dcberleben des ganzen Planeten<\/span><br \/>\nUnd dennoch: Wenn mich nicht alles t\u00e4uscht, steht Europa kurz vor der Phase einer gro\u00dfen<br \/>\nErn\u00fcchterung, die das eigene Selbstbild tief ersch\u00fcttern wird. F\u00fcr mich aber ist das ein Grund<br \/>\nzur Hoffnung. Der so selbstgewisse Westen muss einfach lernen, dass die \u00fcbrige Welt unser<br \/>\nSelbstbild nicht teilt und uns nicht beistehen wird. Die eilig ausgesandten Sendboten einer<br \/>\nneuen antichinesischen Allianz im anstehenden Kreuzzug gegen das Reich der Mitte scheinen<br \/>\nnicht besonders erfolgreich zu sein.<br \/>\nWie konnten wir nur annehmen, dass das gro\u00dfe China und die Hochkulturen Asiens die Zeit<br \/>\nder willk\u00fcrlichen Freihandels- und Opiumkriege je vergessen w\u00fcrden? Wie sollte der<br \/>\nleidgepr\u00fcfte afrikanische Kontinent die zw\u00f6lf Millionen Sklaven und die Ausbeutung all seiner<br \/>\nBodensch\u00e4tze je verzeihen? Warum sollten die alten Kulturen Lateinamerikas den spanischen<br \/>\nund portugiesische Konquistadoren ihre Willk\u00fcrherrschaft vergeben? Warum sollten die<br \/>\nindigenen V\u00f6lker weltweit das Unrecht illegaler Siedlungen und Landraubs einfach<br \/>\nbeiseiteschieben in ihrem historischen Ged\u00e4chtnis?<br \/>\nMeine Hoffnung besteht darin, dass sich aus all dem eine neue Blockfreienbewegung ergeben<br \/>\nwird, die nach der Zeit der vielen V\u00f6lkerrechtsbr\u00fcche wieder am alleinigen Recht der UNO<br \/>\narbeiten wird, dem Frieden und dem \u00dcberleben des ganzen Planeten zu dienen.<\/p>\n<h3 data-fontsize=\"30\" data-lineheight=\"39\"><span style=\"color: #0000ff;\">Die Gr\u00fcnen waren mal Pazifisten<\/span><br \/>\nMeine ganz pers\u00f6nliche Niederlage wird mich die letzten Tage begleiten. Gerade die Gr\u00fcnen,<br \/>\nmeine Partei, hatte einmal alle Schl\u00fcssel in der Hand zu einer wirklich neuen Ordnung einer<br \/>\ngerechteren Welt. Sie war durch gl\u00fcckliche Umst\u00e4nde dieser Botschaft viel n\u00e4her als alle<br \/>\nanderen Parteien.<br \/>\nWir hatten einen echten Schatz zu h\u00fcten: Wir waren nicht eingebunden in die<br \/>\nmachtpolitische Blocklogik des Kalten Krieges. Wir waren per se Dissidenten. Wir waren<br \/>\ngleicherma\u00dfen gegen die Aufr\u00fcstung in Ost wie West, wir sahen die Gef\u00e4hrdung des Planeten<br \/>\ndurch ungebremstes Wirtschaftswachstum und Konsumismus. Wer die Welt retten wollte,<br \/>\nmusste ein festes B\u00fcndnis zwischen Friedens- und Umweltbewegung anstreben, das war eine<br \/>\nklare historische Notwendigkeit, die wir lebten. Wir hatten dieses Zukunftsb\u00fcndnis greifbar in<br \/>\nden H\u00e4nden.<br \/>\nWas hat die heutigen Gr\u00fcnen verf\u00fchrt, all das aufzugeben f\u00fcr das blo\u00dfe Ziel, mitzuspielen<br \/>\nbeim gro\u00dfen geopolitischen Machtpoker, und dabei ihre wertvollsten Wurzeln als lautstarke<br \/>\nAntipazifisten ver\u00e4chtlich zu machen?<\/h3>\n<h3 data-fontsize=\"30\" data-lineheight=\"39\"><span style=\"color: #0000ff;\">Gegen Hass und den Krieg<\/span><br \/>\nIch erinnere mich an meine gro\u00dfen Vorbilder: Die h\u00e4rtesten Bew\u00e4hrungsproben hatten die<br \/>\ngro\u00dfen Repr\u00e4sentanten gewaltfreier Strategien immer in den eigenen Reihen zu bestehen.<br \/>\nGandhi hat mit zwei Hungerstreiks versucht, den R\u00fcckfall der Hindus und Moslems in die<br \/>\nnationalen Chauvinismen zu stoppen, Nelson Mandela hatte \u00e4u\u00dferste M\u00fche, die<br \/>\nGewaltbereitschaft seiner jungen Mitstreiter zu brechen, Martin Luther King musste sich von<br \/>\nden Black Panthers als zahnloser Onkel Tom verh\u00f6hnen lassen. Ihnen wurde nichts geschenkt.<br \/>\nUnd das gilt auch heute f\u00fcr uns letzte Pazifisten.<\/h3>\n<p>Der Hass und die Bereitschaft zum Krieg und zur Feindbildproduktion ist tief verwurzelt in der<br \/>\nMenschheit, gerade in Zeiten gro\u00dfer Krisen und existentieller \u00c4ngste. Heute aber gilt: Wer die<br \/>\nWelt wirklich retten will, diesen kostbaren einzigartigen wunderbaren Planeten, der muss den<br \/>\nHass und den Krieg gr\u00fcndlich verlernen. Wir haben nur diese eine Zukunftsoption<\/p>\n<\/div>\n<h3 data-fontsize=\"30\" data-lineheight=\"39\">(Quelle: Berliner Zeitung, 01. M\u00e4rz 2023, 10 Uhr)<\/h3>\n<\/div><div class=\"fusion-sep-clear\"><\/div><div class=\"fusion-separator fusion-full-width-sep\" style=\"margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:7px;margin-bottom:7px;width:100%;\"><\/div><div class=\"fusion-sep-clear\"><\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":38,"featured_media":4878,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-5996","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-maschinenraum"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5996","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/38"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5996"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5996\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6121,"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5996\/revisions\/6121"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4878"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5996"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5996"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/aufstehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5996"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}